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Seminar "Aphasiker – Jetzt erst recht!"

07.09.-14.09.2020

im Gästehaus St. Theresia in Eriskirch am Bodensee.

Das Leben verläuft in diesem Jahr coronabedingt nicht gerade einfach. Lockdown, Vorschriften, keine Veranstaltungen, kein Singen, kein Sprachseminar!

Da entschied der Vorstand des BRLA: „Jetzt erst recht“ und lud zum Herbst-Seminar an den Bodensee.

So trafen 19 Teilnehmer am Montag in Eriskirch ein, die sich in einer Vorstellungsrunde kennenlernten.Gleich am nächsten Morgen fuhr man zur Wallfahrtskirche Birnau. Sie liegt erhaben und weit sichtbar über dem Bodensee. Dominant ist der 51 m hohe Turm.Die Freie Reichsabtei der Zisterzienser zu Salem ließ hier im Spätbarock ein Marienheiligtum errichten. Baumeister war Peter Thumb aus Vorarlberg. Für die Innenausstattung zeichneten zwei Werkstätten erantwortlich: der Bildhauer und Stuckateur J.A. Feuchtmayer und der Maler Gottfried Bernhard Götz.

Durch die einfühlsame Zusammenarbeit dieser drei bedeutenden Meister entstand ein Rokoko-Juwel von außerordentlicher Schönheit und Geschlossenheit.Da am 8.September Mariä Geburt gefeiert wird, legte unser Führer neben Baugeschichte, Architektur und Innenausstattung einen Schwerpunkt auf die Marienverehrung und die Bedeutung des Wallfahrens: nämlich das Erbitten von Fürsprache durch Maria oder die Anrufung der Heiligen in der Hoffnung auf Heilung von Gebrechen. Er stellte uns die Heiligen namentlich vor und erklärte ihre Zuständigkeit für die jeweilige Krankheit.

Der Nachmittag bescherte uns eine lehrreiche Kräuterwanderung.Eine Dame des Hauses, der die Begeisterung für die Heilkraft der Kräuter aus jeder Pore sprang, zeigte uns Kräuter im Garten, auf der Wiese und am Feldrand und erläuterte uns ihre Wirkung. Angefangen bei der Walnuß, die dem Gehirn gleicht und eine hochkarätige Hirnnahrung ist, über den Salbei – heilt Husten, Schnupfen, Entzündungen – (wurde von uns getestet) zum Wegerich – spitz oder breit – wer wußte, daß diese unscheinbare Pflanze das Pflaster des Landwirts ist?
Abends hielt Thomas Loch einen Bildervortrag: „Vier Behindis in Nord-Thailand“. Dabei wurde eindrucksvoll klar: Aphasiker können fast alles erreichen, wenn sie es nur wollen.

Der nächste Morgen begann mit einer Stunde Rückengymnastik.Körperlich fit und locker ging es kreativ weiter. Mit nur dreiGrundfarben: Blau, Rot, Gelb konnte man sich ohne Sprache ausdrücken. Es kamen sehr schöne Farbkompositionen zustande und teilweise zeigte sich etwas vom Innenleben der Künstler-innnen.
Die Wanderung am Nachmittag durchs Eriskircher Moos zum Strandbad am Bodensee war nicht gerade kurz. Hedwig traute sich, zu schwimmen, die andern ruhten sich für den Rückweg aus.

Gisela Bachmeister gab am Abend einen ergänzenden Vortrag zur Birnau. Sie konnte sehr gut vermitteln, wie der barocke Mensch dachte und fühlte. Sie ging nochmal auf die Architektur der Kirche ein und auf die Grundsätze der Zisterzienser, belegt an der Einfachheit der Vorgängerkirche.Betonte aber im Gegensatz dazu, daß Prunk, Glanz und Pracht die Größe und Macht der einstigen Bauherren widerspiegeln sollten. Es waren im Grunde reine Repräsentationsbauten.

Thomas hatte Donnerstagvormittag Computer, Laptop und Medien des BRLA zum Thema: Wie komme ich auf die Webseite, was kann ich dort finden, wie verwende ich einen Link, wie komme ich in den Chatraum der Aphasiker, wie kann ich mich dort vernetzen und vieles mehr. Es war in kleinen Schritten und Wiederholungen für jeden verständlich und nachvollziehbar.

Nachmittags hatten wir eine Führung im  Dornier-Museum in Friedrichshafen. Hier wurde deutlich, welch großen Beitrag die Dorniers für die Entwicklung der Luftfahrt geleistet haben. Der nette Busfahrer brachte uns freitags nach Friedrichshafen zum Katamaran, mit dem wir nach Konstanz fuhren. Im Aquarium Sea-Life konnte jeder seinen Lieblingsfisch finden. Bei Doris baumelten die Seepferdchen in Gold an den Ohren, die Rochen lächelten einen an und die elegant gekleideten und drollig watschelnden Pinguine hat einfach jeder lieb.

Der Nachmittag war frei verfügbar für Stadtbummel, Strandpromenade, Einkaufen, Kaffee trinken.

Samstagvormittag ging es nochmal um Computerthemen: wie erstelle ich mit Power-Point einen Bildervortrag, wie kann ich ein Fotobuch gestalten, z.B. Fotos vom Wandertag. Für den Nachmittag fanden sich Grüppchen zum Wandern oder Schwimmen.

Krönender Abschluß war sonntags die Fahrt auf den Pfänder. In der Hütte gab es gutes Essen,  der Nachmittag fand in Bregenz seinen Ausklang. Spätestens hier ist zu sagen, daß der gesamte Aufenthalt von strahlend schönem Sommerwetter begleitet war - wenn Engel reisen…!

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung mit gelöster, fröhlicher Stimmung. Die Laune steigerte sich von Tag zu Tag. Es wurde viel gelacht, es entstanden sogar Freundschaften. Zu erwähnen ist noch die Küche des Hauses, das Essen war sehr gut, frisch und abwechslungsreich und wurde von ausschließlich netten Damen serviert.

Leider fiel ein dicker Wermutstropfen schon am  zweiten Tag auf die Veranstaltung. Ludwig stürzte nach Besichtigung der Birnau auf dem Weg zum Bus und brach sich den Oberarm.
Wir alle wünschen ihm gute Genesung und daß er bei der nächsten Veranstaltung in alter Frische dabei sein kann.

Ein Dank gilt Thomas Loch, der mit großer Kraft und vollem zeitlichen Einsatz das Seminar geleitet hat.

Bericht: Hildegard Kirmse (Angehörige)