Neues aus Bayern
Keine Stimme, kein Recht? Warum Aphasie-Betroffene endlich das Merkzeichen „Ap" brauchen.
27.04.2027 (Petition)
Mein Name ist Samira Klaho. Ich bin Regisseurin, Sozialpädagogin, Aktivistin und selbst von Aphasie betroffen.
In Deutschland leben rund 275.000 Menschen mit Aphasie. Jedes Jahr kommen etwa 70.000 neue Fälle hinzu, meist durch Schlaganfall oder andere Hirnverletzungen.
Es gibt kein eigenes Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis. Es gibt keine gesetzliche Regelung für unsere Kommunikationsbarrieren. Eine politische Lobby fehlt bis heute.
Viele Betroffene können Anträge auf Hilfe gar nicht selbst stellen. Lesen und Schreiben fällt vielen schwer oder ist gar nicht mehr möglich. Wir sind auf externe Vermittler angewiesen. Diese unterstützen beim Einreichen von Anträgen, tragen jedoch keine Verantwortung für das Ergebnis. Wird ein Antrag abgelehnt, sind Betroffene ohne weitere Unterstützung auf sich allein gestellt.
Wir wollen keine Umwege über Dritte. Wir wollen direkten Zugang zu unseren Rechten.
Viele Praxen gelten offiziell als barrierefrei, rufen aber trotzdem an, obwohl man es ausdrücklich schriftlich darum gebeten hat. Aphasie bedeutet nicht, dass man gar nicht kommunizieren kann, sondern dass verbale Kommunikation wie das Telefonieren eine unüberwindbare Barriere ist. Personal ist oft nicht geschult. „Nur per Telefon" ist für uns eine Sackgasse. Echte Barrierefreiheit braucht E-Mail-Termine und sensibilisiertes Personal.
Ohne Merkzeichen bleibt unsere Behinderung für Behörden unsichtbar. Wichtige Leistungen werden verweigert, obwohl der Unterstützungsbedarf offensichtlich ist. Die Last tragen dann Familien und Freunde, die oft selbst an ihre Grenzen stoßen. Das Merkzeichen „Ap" würde unsere Situation offiziell anerkennen, die Beweislast erleichtern und Isolation verhindern.
Ministerien verweisen auf Verbände, Verbände auf politische Entscheidungsträger. Zuständigkeitenbleiben ungeklärt, Betroffene fallen durch das Raster. Inklusion ist ein Menschenrecht.
Ich habe einen Entwurf für das Merkzeichen „Ap" erstellt und reiche ihn noch in diesem Jahr beim Deutschen Bundestag ein.
Aphasie braucht endlich Sichtbarkeit und Nachteilsausgleiche.
„Nichts über uns ohne uns" seit 2009 geltendes Recht durch die UN-Behindertenrechtskonvention.
Was kannst du tun? Deine Stimme zählt. Je mehr Menschen unterschreiben, desto mehr Gewicht hat der Entwurf. Das ist eine öffentliche Unterstützungsaktion.
Herzliche Grüße
Samira Klaho und Thomas Loch
Begründung
❓Worum geht es?
Viele Menschen wissen nicht, was Aphasie ist. Menschen mit Aphasie erzählen häufig, dass ihr Leben einfacher wäre, wenn andere Menschen über Aphasie Bescheid wüssten. Aus diesem Grund arbeitet die Aphasie-Gemeinschaft auf der ganzen Welt für dasselbe Ziel - egal in welchem Land. Das Ziel ist, gemeinsam Bewusstsein für Aphasie zu schaffen.
Für die Durchführung einer Kampagne werden über 41.000€ vom Travis Trust for Aphasia gespendet, wenn wir den gleichen Betrag bis Juni 2026 aufbringen können. Mit den Spenden werden Informationsmaterial, Videos, Events, Social Media Posts und Umfragen finanziert. Diese Ressourcen werden in mehreren Sprachen zur Verfügung gestellt.
❓Wer sind wir?
Die Kampagne wurde von der australischen Universität "University of Queensland" gestartet. Die britische Stiftung namens "Travis Trust Aphasia" ist alleine auf Aphasie fokussiert. Werden im Rahmen der Kampagne genügend Spenden gesammelt, unterstützt die Stiftung "Travis Trust Aphasia" mit demselben Betrag.
❓Wofür wird das Geld verwendet?
Die Gesamtkosten der Kampagne betragen 82.000€. Davon werden 35.000€ für professionelle digitale Videos und Infografiken vorgesehen, die der internationalen Aphasie-Gemeinschaft kostenlos und in verschiedenen Sprachen zur Verfügung gestellt werden. 47.000€ sind für das Teilzeitgehalt eines Koordinators für ein Jahr vorgesehen.
💡Wie kannst du helfen?
1️⃣ Teilen
🔗 Link weitergeben:
https://www.justgiving.com/campaign/qarc-uq-aphasia-awareness
👉 an Freunde, Familie, Social Media
2️⃣ Spenden
💰 Freiwillig Spenden, wenn du kannst:
https://www.justgiving.com/campaign/qarc-uq-aphasia-awareness
👉 auch kleine Beträge helfen
3️⃣ Spendenaktionen veranstalten
🎂 Beispiele:
Kuchenverkauf
Kaffeetreffen
Geburtstagsspenden
💛 Warum deine Spende zählt
👉 Es zeigt:
➡️ Viele Menschen unterstützen Aphasie
➡️ Jede Spende = starkes Zeichen
💰 Wofür ist das Geld?
🎥 Videos & Bilder
👩💼 eine angestellte Person für die Organisation (1 Jahr)
📢 Mach mit!
👉 Link teilen: https://www.justgiving.com/campaign/qarc-uq-aphasia-awareness
👉 Spenden
👉 Andere informieren
➡️ Gemeinsam mehr Verständnis für Aphasie
Am 21. April 2026 feierte der Paritätische Bayern, unser Wohlfahrtsverband, mit einer Podiumsdiskussion den Abschied der Vorständin Margit Berndl. Sowie das Motto des Paritätischen Bayern - tolerant, offen, vielseitig - stand Margit Berndl jahrelang an der Spitze des Verbandes. Unser erster Vorsitzende, Thomas Loch, ließ es sich nicht nehmen, bei der Festlichkeit anlässlich der Verabschiedung anwesend zu sein. Beim anschließenden "Get Together" gab es für Thomas Loch, obwohl die Aphasie ihn behinderte, viele Möglichkeiten, auch über die Aphasie zu reden.
Margit Berndl wird Ende Mai in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Doch sie wird dem Paritätischen Bayern, seinen Mitgliedern und auch uns, fehlen.
Danke, Margit Berndl.
Save-the-Date:
Würzburger Aphasie-Tage
Die Würzburger Aphasie-Tage sind ein mehrtägiges, informatives Event, welches Workshops und
Vorträge für Betroffene, Angehörige, Therapierende und Interessierte bietet.
Zum Programm und zur Anmeldung geht es hier.
Auf einen Blick:
19.03.2026 - 21.03.2026
Würzburg
Kosten: 115€ - 255€/Tickets
Siehe hier:
1. Programmheft Aphasietage 2026
2. Tickets
3. www.aphasie-tage.de
Veranstalter: Zentrum für Aphasie & Schlaganfall Unterfranken
Der BLRA vertreten bei den WAT
Dies ist keine Veranstaltung des BLRA e.V.
Falls Sie Interesse haben, finden Sie auf den Seiten des Organisators weitere Informationen.
BLRA Förderungsmitgliedschaft
Um gehört zu werden, braucht man als Verband ausreichend Mitglieder, eine Organisation und ein intaktes Netzwerk. Um dies zu bekommen, braucht man neben Engagement und Glück auch Geld. Und um Geld zu bekommen, braucht man wiederum Mitglieder, Ideen und Förderungen. Eine neue Idee für unseren BLRA ist es, über Fördermitglieder Unterstützung zu bekommen. Aufgrund des § 5 Abs. 2 unserer Satzung, können und dürfen wir Fördermitglieder gewinnen.
Was sind Fördermitglieder? Fördermitglieder sind nicht wahlberechtigt. Sie unterstützen uns nach Kräften. Der Regelbeitrag startet bei 100 € pro Jahr. Jedes Fördermitglied darf jedoch einen höheren Beitrag leisten, bis auf schriftlichen Widerruf. So können neben natürlichen Personen auch juristische Personen, z.B. Gesellschaften und Körperschaften, Fördermitglieder werden.
Das heißt, auch jede bayerische Aphasie-Selbsthilfegruppe kann Fördermitglied des BLRA werden!
Die SHG (Selbsthilfegruppe) kann den Betrag des Förderbeitrags bei seinem Runden Tisch anmelden. WICHTIG dabei: Jede Selbsthilfegruppe darf nur einen Verband bei seinem Runden Tisch benennen, damit sie das überwiesene Geld vom Runden Tisch wieder erhält. Jeder erhält dafür eine eigene Fördermitgliedsnummer und darf den Titel „Förderer BLRA“ benutzen. Daneben erhält ein Fördermitglied des BLRA ein Urkunde.
Wir hoffen somit viele Fördermitglieder für unseren Bayerischen Landesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e.V. (BLRA) zu finden.