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Therapie bei Aphasie

Logopädie und Sprachtherapie

Am Anfang der Sprachtherapie steht natürlich eine Diagnostik, die alle sprachlichen Modalitäten prüft: freies Sprechen, Benennleistung, Sprachverständnis, Nachsprechen, Schreiben und Lesen. Anhand dieser Ergebnisse wird eine Therapie geplant, die im Verlauf von Einheit zu Einheit an die Fähigkeiten und Fortschritte des Patienten angepasst wird. Die Therapieansätze können hier sehr unterschiedlich sein und werden abhängig von der diagnostizierten Störung und der Zeit seit dem Schlaganfall ausgewählt. Es gibt drei unterschiedliche Theorien, die den Therapieansätzen zugrundeliegen.

1. Durch sofortige Therapie werden die Gehirnareale bei der Reaktivierung unterstützt.
2. Andere Gehirnregionen übernehmen die verloren gegangenen Funktionen. Z. B. kann über das Singen, das auf der intakten Hemisphäre lokalisiert ist, die Kommunikationsfähigkeit verbessert werden.
3. Oder durch Mimik und Gestik usw. können die kommunikativen Fähigkeiten über kompensatorische Strategien verbessert werden.

 

Ergotherapie

Die Ergotherapie beruht auf medizinischer und sozialwissenschaftlicher Grundlage und ist ein ärztlich verordnetes Heilmittel.

In der Neurologie kommt die Ergotherapie bei sensomotorisch-perceptiven und neuropsychologischen Störungen zum Einsatz. ADL-Training, Hilfsmittel- und Angehörigenberatung gehören mit zum Aufgabengebiet. Ziel ist das Erreichen von größtmöglicher Selbständigkeit und Unabhängigkeit im Alltags- und Berufsleben.
Bei Behandlungsbeginn erfolgt eine differenzierte ergotherapeutische Befunderhebung, es wird ein individuelles Therapieziel erarbeitet. Der entsprechende Behandlungsplan beinhaltet die entsprechenden Behandlungsmethoden und Medien.

Das individuelle Therapieprogramm setzt sich meist aus mehreren, eng miteinander verknüpften Teilbereichen, zusammen.

1. Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL)
Hier wird trainiert, wie der Patient trotz körperlicher und evtl. kognitiver Einschränkungen Tätigkeiten des täglichen Lebens (waschen, anziehen, aus dem Bett aufstehen) wieder möglichst alleine durchführen kann. Der Einsatz evtl. nötiger Hilfsmittel wird trainiert.

2. Sensomotorik:
In enger Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten und Masseuren wird daran gearbeitet, die Mobilität einschließlich der Grob- und Feinmotorik sowie Gleichgewicht und Koordination zurück zu gewinnen, die Sensibilität zu verbessern, die Muskelspannung zu normalisieren und die Belastbarkeit zu verbessern. Diverse neurologische Therapiekonzepte wie z.B. nach J. Ayres, Bobath, Prof. Perfetti und die Spiegeltherapie kommen hier zum Einsatz, aber auch Muskelmobilisationstechniken wie z.B. myofasciale Triggerpunkttherapie.

3. Neuropsychologische Verfahren:
Patienten mit neurologischen Krankheitsbildern haben manchmal nicht nur sensomotorische, sondern auch neuropsychologische Defizite. Dazu gehören Beeinträchtigungen der Denk- und Wahrnehmungsleistungen, die im Alltag die Orientierungs- und Strukturierungsfähigkeiten einschränken. In Zusammenarbeit mit Neuropsychologen versucht die Ergotherapie das Training unter dem Aspekt der Alltagsrelevanz durchzuführen.

Im Gegensatz zur Logopädie wird eine Aphasie in der Ergotherapie nicht direkt behandelt, sondern die diversen kognitiven Störungen, welche hiermit im Zusammenhang stehen wie z. B. Konzentration, Gedächtnis, Einhaltung von Reihenfolgen z.B. bei Handlungsabläufen, Apraxie. Der Ergotherapeut ist darauf geschult, bei der Durchführung seiner gesamten Therapie (sensomotorisches Training, SH-Training) auf die Besonderheiten der Aphasie und damit einhergehender kognitiver Defizite Rücksicht zu nehmen.

Brigitte Grafl-Drost
Praxis für Ergotherapie in München

Neuropsychologie

Krankengymnastik /Physiotherapie
Nach einer Schädigung des Gehirns, zum Beispiel durch einen Schlaganfall oder einen Unfall, kann es nicht nur zu körperlichen Beschwerden oder zu einer Aphasie kommen, auch emotionale, psychosoziale und kognitive (das Denken und Erkennen betreffende) Probleme können beobachtet werden. Beispielsweise können die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit und Konzentration, das Gedächtnis oder die Fähigkeit zum logischen Denken und Planen beeinträchtigt sein. Die Aufgabe der Neuropsychologen ist es, diese Leistungsveränderungen festzustellen und zu behandeln. Neben dem reinen Training der beeinträchtigten Funktionen steht dabei das Erlernen von Kompensationsmöglichkeiten im Vordergrund, d.h. das Anwenden neuer Strategien und Hilfsmittel zum Ausgleich der Defizite, aber auch die Veränderung von Erwartungen und Lebenszielen. Zudem gehört die Untersuchung der Fahrtauglichkeit zu den Aufgabengebieten der Neuropsychologen wie auch die Hilfe bei psychischen Problemen, zum Beispiel bei Depressionen, und die Unterstützung von Angehörigen.

Regina Waldmüller
Diplom-Psychologin / Zamor e .V.

Krankengymnastik /Physiotherapie

Die Physiotherapie beeinflusst, durch gezielte Reizanwendung, wie Kälte, Wärme, Licht, mechanischer Druck- und Zugeinwirkungen und Elektrizität, den menschlichen Organismus. Physiotherapeuten arbeiten mit Patienten nach einer Schädigung des Zentralnervensystems nach den verschiedensten Therapiemethoden wie: Behandlung nach Bobath oder Vojta, mit der Feldenkraismethode, Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation und vielen weiteren. Häufig bleibt eine unterschiedlich starke halbseitige Lähmung, die Arm, Bein, Rumpf und die untere Gesichtshälfte betreffen kann. Anfangs ist die Lähmung schlaff, später erhöht sich die Spannung (Spastik) in den Muskeln immer mehr. Ziel aller Behandlungsmethoden ist es, dieser Spastik entgegenzuwirken, verlorengegangene Fähigkeiten für das alltägliche Leben wieder zu erlernen bzw. normale Verhaltensgewohnheiten zu gewinnen. Störungen der Grobund Feinbewegung und Koordination werden verringert. Auch die gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers und das beeinträchtigte Körpergefühl werden behandelt.