Start Autofahren mit Aphasie

Autofahren mit Aphasie

Autofahren mit Aphasie

Eine Aphasie bedeutet nicht automatisch, dass Sie nicht mehr Autofahren dürfen. Es gibt jedoch einige Dinge, die beachtet werden müssen:

Nach der Straßenverkehrsordnung (StVG) ist das Führen von Kraftfahrzeugen nur erlaubt, wenn die notwendigen körperlichen und psychischen Voraussetzungen gegeben sind. Dies kann nach einer Hirnschädigung in Frage gestellt werden (Fahrerlaubnisverordnung FeV).

Die Behörden erhalten keine Meldung über eine Schädigung des Gehirns. Trotzdem sind Sie verpflichtet, selbständig und eigenverantwortlich zu prüfen, ob die Fahreignung weiterhin besteht. Auto zu fahren, obwohl die Fahreignung nicht gegeben ist, kann sowohl zu strafrechtlichen als auch zu versicherungsrechtlichen Konsequenzen führen. Nach einer Hirnschädigung müssen bestimmte Mindestanforderungen in visueller Wahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit,  Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Belastbarkeit weiterhin bestehen (nach Anlage 5 FeV).
Eine rechtsverbindliche Abklärung der Fahreignung kann nur über die zuständige Verwaltungsbehörde erfolgen (Straßenverkehrsbehörde, Führerscheinstelle). Diese legt fest, welche Nachweise Sie erbringen müssen (z.B. neurologisches Gutachten, Gutachten durch den TÜV). Die Kosten dafür müssen Sie selbst tragen, bei einem Nichterfüllen der Voraussetzungen kann der Führerschein entzogen werden. Falls Sie beruflich auf den Führerschein angewiesen sind, sollten Sie auf jeden Fall den amtlichen Weg wählen!

Falls Sie sich nicht ganz sicher sind, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen, können Sie die Fahreignung auch informell untersuchen lassen, beispielsweise durch eine Untersuchung durch einen klinischen Neuropsychologen (z.B. in der Rehaklinik) oder durch ein freiwilliges Gutachten durch den TÜV. Diese informelle Abklärung ist nicht rechtsverbindlich, Sie können damit jedoch nachweisen, Ihrer Vorsorgepflicht nachgekommen zu sein. Bei Bewegungsbehinderungen (z.B. Halbseitenlähmung) sind entsprechende Umbauten im KFZ nötig, die vom TÜV genehmigt werden müssen. Meist müssen Sie auch in einer Fahrprobe zeigen, dass Sie mit dem umgebauten Fahrzeug umgehen können.

Nach einem epileptischen Anfall gibt es genaue Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, wenn Sie wieder Auto fahren wollen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Neurologen!

Wenn die Untersuchungen ergeben, dass Sie die Voraussetzungen zum Autofahren nicht erfüllen, sollten Sie die Konsequenzen ziehen und auf das Autofahren verzichten, um sich selbst, aber auch die anderen Verkehrsteilnehmer zu schützen. Dies ist meist kein leichter Schritt, Sie vermeiden damit jedoch rechtliche und auch persönliche Folgen.

 

Regina Waldmüller, Diplom-Psychologin / Zamor e. V.